Unsere Geschichte

 

Alles begann mit Mumbles Geburt.
 Er war viel zu klein, seine Beine krumm und durchgebogen, und niemand wusste, wie sich sein Weg entwickeln würde. Die Tierärztin riet uns, viel mit ihm auf hartem Untergrund zu laufen, damit sich seine Beine stabilisieren konnten. Also bekam Mumble ein Halfter – und wir gingen los. Schritt für Schritt entstand dabei etwas, womit niemand gerechnet hatte: Vertrauen.
Nach vier Wochen stand eigentlich fest, wie sein Weg weitergehen sollte: Mast. Der Viehhändler sagte schließlich: „Joah, ich kann den jetzt mitnehmen, damit ihr ihn los seid, aber viel Geld bekommt ihr für den nicht und naja…“
Wir wussten genau, worauf er hinauswollte. Und ebenso schnell war klar: Das wollten wir für Mumble nicht.
Julia fragte ihren Partner, ob Mumble nicht bleiben könne.
Ihre Begründung: „Den will ich einreiten.“
Die Antwort kam prompt: „Du spinnst doch.“
Also wurde eine Wette geschlossen: Innerhalb von sechs Wochen sollte Mumble komplett halfterführig sein und die Kommandos „Steh“ und „Komm“ sicher beherrschen.
Die Wette wurde gewonnen. Mumble blieb.
Doch Mumble war noch sehr jung, und es würde dauern, bis man wirklich an das Reiten denken konnte. Also machten wir uns auf die Suche nach einer braven Kuh. Antoinette sollte es werden – Julias absolute Lieblingskuh.
Halfter drauf und los ging’s.
Das erste Aufsitzen nahm Antoinette hin, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Und plötzlich begann ein Gedanke zu wachsen:
Was wäre, wenn man noch mehr Kühe an das Halfter gewöhnt und einreiten würde?
Vielleicht könnten die Tiere durch gemeinsame Programme selbst Geld einnehmen – und sich so ein Leben nach dem Milchgeben finanzieren.
Und von da an gab es kein Halten mehr.
Nach und nach kamen weitere Kühe dazu:
Heide, Mareike, Linette, Taluna, Oluna, Agathe, Teddy, Bianka (Wuschi), Betunie, Augusta und Lenolde (Krümel).
Sie alle wurden an das Halfter gewöhnt, einige von ihnen sogar eingeritten. Eine Idee wurde zu einem Projekt – und langsam entstand das, was heute KuhZeit ist.
Doch wie das Leben manchmal spielt, verlief nicht alles geradeaus.
Julia bestand ihre Prüfung für die §11-Erlaubnis zunächst nicht. Taluna und Antoinette verstarben. Und einige Tiere, die nur grob angelernt waren, verloren durch Zeitmangel von Julia und Laura wieder ihre Routine und wurden zunehmend distanzierter.
Trotz Rückschlägen war eines immer klar: Aufgeben kommt nicht infrage.
Und so wird KuhZeit heute Schritt für Schritt wieder aufgebaut – mit neuen Ideen, gewachsenen Erfahrungen und dem gleichen Gedanken wie am Anfang:
Jedem Tier Zeit geben. Vertrauen wachsen lassen. Und Kühen ein Leben ermöglichen, das mehr ist als ihre ursprüngliche Aufgabe. 
Alles begann mit Mumble.
Heute steht er – fast sieben Jahre alt – als ruhiger Ochse auf der Weide, inmitten seines kleinen Harems. Und erinnert jeden Tag daran, warum dieses Projekt existiert. 

Gehören das Projekt KuhZeit und der Milchviehbetrieb zusammen?

 

KuhZeit & Milchkuhbetrieb – zwei Wege, eine gemeinsame Geschichte 🤍🐄

Uns ist Transparenz wichtig. Deshalb möchten wir KuhZeit einmal einordnen:
Der Milchkuhbetrieb und das Projekt KuhZeit sind zwei eigenständige Unternehmen. Beide stehen für sich – mit eigenen Ideen, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten.
Gleichzeitig gibt es zwei Schnittstellen zwischen uns:
Julia hat Flächen vom Milchhof gepachtet, auf denen KuhZeit heute stattfindet. Außerdem stammen die Tiere, die nun bei KuhZeit leben, ursprünglich aus dem Milchkuhbetrieb und wurden von dort übernommen.
Was uns verbindet, ist die gemeinsame Vergangenheit.
Was uns unterscheidet, ist der Weg, den jedes Projekt heute geht.